Mikroformate und Fliegengewichte, hauchdünne Materialplatten und spiegelglatte Oberflächen: Die Experten der Leonhardt e.K. loten im Spritzguss die Grenzen des Mach- baren im aus. Vor 60 Jahren gegründet, ist das Unternehmen inzwischen eine feste Größe im innovativen Formen- und Werkzeugbau. Die systematische Suche nach neuen Ideen ist Teil der erfolgreichen Open- Innovation-Strategie des Mittelständlers. Im Rahmen eines fruchtbaren Innovationsklimas sorgen die Mitarbeiter dafür, dass diese Ideen auch Realität werden.

Ob Zwei-Komponenten-Keramikspritzguss oder die Verarbeitung des hitzebeständigen sogenannten Übergangmetalls Wolfram: Etliche fertigungstechnische Meilensteine des Geschäftsführers Dr. Wolfgang Leonhardt und seines 22-köpfigen Teams sind gleich- zeitig patentierte Innovationen. „Unser Unternehmen verfügt über zehn nationale und internationale Patente“, erzählt Dr. Leonhardt. Mit ein Grund für die hohe Innovationskraft sind die Freiräume für die Suche nach neuen Ideen, die sich Geschäftsführer und Mitarbeiter gleichermaßen nehmen.

Ideen Wirklichkeit werden lassen

Diese Freiräume werden genutzt, um etwa Fachmessen wie die Ausstellung für Metallbearbeitung oder die Fachmesse für Kunststoffverarbeitung zu besuchen. „Das sind jedes Jahr Pflichttermine für unsere Mitarbeiter, wo sie nach Anregungen für den eigenen Arbeitsbereich suchen sollen“, erklärt Dr. Leonhardt. Eine Idee der Vertriebsabteilung wurde bereits realisiert: Bipolarplatten für Wasserstoffbrennstoffzellen. Da die Katoden und Anoden in diesen Zellen durch Oxidation angegriffen werden, sucht die Forschung nach neuen, günstigeren Alternativen zum Standardmaterial Platin. Leonhardts inzwischen zum Patent angemeldete Lösung könnte den Markt revolutionieren. Offen für Neues zeigte sich das Unternehmen auch bei der Finanzierung und beantragte die Innovationsförderung des Landes Baden-Württemberg, um so erste Spritzgusswerkzeuge für Bipolarplatten entwickeln zu können.

Jeder bringt sich ein

Um den Erfolg des Hochdorfer Mittelständlers beständig fortzuführen, setzt sich die gesamte Belegschaft engagiert ein. Die selbstständige Suche nach neuen Lösungen fördert der Geschäftsführer Dr. Leonhardt deshalb bewusst durch flache Hierarchien. „Verbesserungsvorschläge werden bei uns meistens mündlich und ohne Umwege direkt bei der Geschäftsführung eingereicht“, erzählt er. Die Erfolgsquote dieser Methode gibt ihm recht: 2021 steuerten 70% seiner Mitarbeiter Vorschläge bei, davon konnten 80 % verwirklicht werden. Das sind sehr gute Voraussetzungen dafür, dass weitere Ideen der Leonhardt e.K. auch in Zukunft patentierte Wirklichkeit werden.