Gesellschaftliche Spaltung durch Moralkeule

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ganz ehrlich?! Man kann sich die Talksendungen nicht mehr ansehen. Da sitzen entweder immer die gleichen Laberköpfe, oder es wurde irgendwo ein Dummschwätzer ausgegraben, der auf die komplexen Probleme unserer Zeit einfache Antworten gefunden haben will, bzw. der zumindest sagen kann, wer an der Misere Schuld ist.

Jetzt sind es die Babyboomer, die alles zerstört haben. Zu viel erwirtschaftet, zu viel konsumiert, zu viel zerstört – und das angeblich auch noch wissentlich.

Schlimmer kann man die ökologisch motivierte Propaganda nicht zusammenfassen. Und das ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was das aus uns macht… es geht eben nicht mehr darum, die heimische Wirtschaft zu stärken, damit die nachfolgenden Generationen es besser haben können als man selber, es geht darum das Erwirtschaftete abzuwickeln, weil „wir“ ja sonst für den Untergang der Welt verantwortlich sind. Moralinsauer und bedeutungsschwer werden die Babyboomer bei Markus Lanz in Schuld genommen. Der geladene Sozialpsychologe ist sich nicht blöde genug, den Keil in die bereits gespaltene Gesellschaft weiter hineinzutreiben.

In den Kommentaren unter der Berichterstattung im Focus zeigt sich die Spaltung der Gesellschaft immer weiter … „Ihr habt doch …“ und „Ihr werdet aber …“ fliegen in gegenseitigen Anschuldigungen durch den Raum.

Problemlösung? Nicht in Sicht – auch nicht, wie sich das die Generation Z vorstellt: „Ihr braucht dringend ein zusätzliches Handy, kauft nur noch online, schafft euch online Identitäten, fliegt – natürlich nur in der „Freizeit“ wie die anderen Klimakleber; während des Protestes und des Festklebens geht das je eh nicht – in den Urlaub nach Asien, das habt ihr euch verdient, geht nicht so viel arbeiten, chillt lieber ein bisschen“…

Ich könnte noch lange so weiter machen. Aber: das ist eben keine Lösung! Zuerst sollte man aber mal das Problem erkennen. Und das scheint derzeit nur noch der angeblich vom Menschen verursachte Klimawandel zu sein. Nein, ich fange hier jetzt keine Diskussion darüber an, stattdessen nehmen wir mal an, es wäre so. Also sollten wir an vernünftigen Lösungen arbeiten: ein Vorschlag ist die De-Carbonisierung. Scheint zunächst einmal vernünftig, kann aber nur langfristig und wirtschaftsfreundlich oder kurzfristig und wirtschaftsschädlich durchgeführt werden.

Und da müssen wir ideologiefrei ran. Die Idee, dass ein Tsunami die deutschen Kernkraftwerke zu einem GAU bringt, ist reine Ideologie. Ja, die Frage nach der Lagerung der Abfallprodukte ist eine ernste, aber mittlerweile lösbare Frage. Kernenergie ist CO2-freie Energie. Was macht Deutschland? Finde den Fehler!

Die Abhängigkeit vom saudischen Öl hat zu mehreren Krisen geführt, also wollte man weg vom Saudi-Öl hin zum Russen-Gas – eine Abhängigkeit wurde wegen der schnellen Verfügbarkeit und weil es bequem war gegen einen andere ausgetauscht. Ja, schon damals hätte man stärker in (damals hießen die „alternative“) erneuerbare Energien investieren können. Ist aber nicht passiert, bzw. zu wenig. Wenn wir jetzt kein staatlich gewolltes Enteignungsprogramm durch- führen wollen, müssen wir es jetzt sanft angehen – das EEG bzw. das GEG sind alles andere als sanft.

Die Bürger haben zurecht Angst, dass ihnen staatlich gewollt das hart Erarbeitete abgenommen werden soll. Und die Wirtschaft wandert nicht aus Deutschland ab, weil es hier keine guten Arbeiter gibt, sondern weil die Nebenkosten zu hoch sind – nicht nur die Energie kostet hier zu viel. Ja, es sitzen zu viele an zu voll gefüllten Töpfen, ohne dafür etwas beizutragen.

Der in Deutschland wenig geschätzte, ehemalige Bundesaußenminister Guido Westerwelle musste sich dafür noch entschuldigen, er hatte aber Recht: spätrömische Dekadenz! Vom „schaffe, schaffe, Häusle baue“ hin zur „work-life-balance“, zum „chillen“. Nein, nicht alle sind so. Ganz sicher nicht, aber zu viele! Und auch wir selber sind mittlerweile müde (vielleicht sogar zu Recht). Das hilft aber dem System nichts. Und das wird untergehen, wenn wir nicht an uns arbeiten.

Wir alle müssen mit anpacken: mehr Wirtschaft, mehr Arbeit für möglichst viele! Dann werden vielleicht auch unser ausgeuferter Sozialstaat und unsere Weltrettungsideen finanzierbar.

Herzlichst Ihr

Bernhard Diel