Der Freiheit schöner Götterfunken

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Rumms… es macht rummms“, sagte der große Mann zur kleinen Frau, als sie mal wieder den Wohnwagen nach Hause steuern durfte. „Ei, Du hast was angedötscht“. „Nee, habe ich nicht.
Sie hielt an, und kontrollierte das ganze Gespann gründlich. Die Preußen sind immer gut im Kontrollieren. Sie wusste nicht, worin die Hessen gut waren, aber gut. Sie stieg wieder ein und fuhr erneut los. „Ei, es macht schon wieder Rumms“, meckerte er. Sie sagte, „es ist nix am Wohnwagen, sonst steig aus und lauf hinterher“.

Sie hielten an der Tankstelle an, tankten, und erneut kontrollierte sie das komplette Gespann mit seinen 13,5 m. Weder war die Auflauf- bremse festgebacken, noch die Trommelbremsen an den Rädern des Wohnwagens, und ebenso die Aufbauten nicht tangiert.

Sie ging die Sprit-Rechnung bezahlen, kam wieder und sagte „Ich weiß jetzt, was immer so rummst, es ist der Lindner mit seiner FDP, der gestern aus dem Landtag in Bayern geflogen ist, und in Hessen gerade mit ach und krach die magische Hürde erreicht hat“. Hach, und der Sprit war auch schon wieder teurer. War schon wieder die falsche Tageszeit.

Sagte der große Mann: „Ja, aber sie haben im Bund das Schlimmste verhindert. Es hätt‘ ja auch noch schlimmer komme könne, wenn man die Sonneblümsche allein hätt‘ mache lasse“.

„Hat man doch“, sagte die kleine Frau und regte sich auf, dass die Baustellen ihr schon wieder so zahlreich entgegenkamen. „Der Lindner ist ganz verliebt in die Scholz‘schen-Wumms-Pakete und findet immer neue Sondervermögen.“

Die kleine Frau sagte, dass der Lindner mit seiner Partei drei Chancen vertan hätte, der Ampel ein mehr an FDP-Stempel aufzuzwingen oder gar einen Koalitionsbruch zu erzwingen, weil die Mehrheit der Menschen in diesem Lande sich nach Veränderungen hin zu mehr Realismus sehnen würden. Dreimal Versagen, zuerst bei der Kern- kraft, dann dem Verbrennungsmotor, Deutschlands Schlüsselindustrie, und dem Heizungshammer. Ein nur dreimonatiger Weiterbetrieb für die sichersten KKW der Welt bediene grüne Ideologie-Interessen, der Fortsetzung der Anti-Atom- kraft-Bewegung für grün bewegte Omis und Opis, und wäre der liberale Wattebäuschen-Wurf des Jahrhunderts. Das Verbrenner-Aus, so die kleine Frau, sei reine Planwirtschaft, und die Ausnahme für E-Fuels absolut lächerlich, da man inzwischen in Brüssel hinter diese Kraftstoffe große Fragezeichen setze. Beim Heizungs-Hammer habe man den Irrsinn der gigantischen Vermögensvernichtung nur kosmetisch übertüncht, und im Winter könnten sich viele Omis & Opis über die Errungenschaft moderner Teelichter freuen, und darüber, dass die Wärmepumpe mit Strom aus Kohlekraftwerken ohne CO2-Abscheidung betrieben würde. Die Baustellen wurden immer mehr und die kleine Frau geriet so richtig in Rage.

Bei der Migrationspolitik funktioniere der Spurwechsel nicht, da die Mehrzahl der Ankommenden keinerlei fachliche Ausbildung durch- laufen hätten, und dauerhaft zu 60–80% in die Sozialsysteme wandern würden. „Hier wäre nun endgültig eine vierte Möglichkeit, die ideologisch behaftete Willkommenskultur der beiden Koalitionspartner einzuhegen, und es auch auf einen Bruch ankommen zu lassen“, sagte die kleine Frau.

„Ja, aber“, sagte der große Mann, dann müsse man sich möglicherweise anhören, die FDP seien „Rechtspopulisten“ oder gar das böse N-Wort, und das wolle Lindner doch unter allen Umständen vermeiden“. „Sind das in Schweden oder Dänemark auch alles Rechtspopulisten?“, fragte die kleine Frau. „Oder in Australien, USA oder Kanada?“

„Und die veröffentlichte Meinung würde damit auf jeden Fall um sich schlagen“, sagte er. „Ach, Du meinst die bezahlte Regierungsberichterstattung?“ meinte die kleine Frau. Angst vor öffentlich-rechtlicher Lynchjustiz wog bislang offensichtlich schwerer bei den Freiheitsbewegten.

„Ja, was wollen sie denn nun“, fragte die kleine Frau. „Weiter die Wahlen verlieren, so wie schon 2022 in Niedersachsen?“ „Wollen sie 2025 den Klavierspieler auf der Titanic geben?“, fragte die kleine Frau, die auftretende Bitten nach einer Zigarettenpause ignorierte. Es lief halt mal gut, und das musste man ausnutzen, konnte man mit Anhängsel dahinter ohnehin nur maximal 100 fahren.

Noch so’n Un-Ding … Tempo 100! „Die Blümchen hätten halt gern, dass wir maximal mit Pferd und Wagen unterwegs sind“, sagte die kleine Frau, „den Teelichtofen immer dabei“, „Oh, nein, Mann, Junge, Du kannst Dir nicht die Fahrspur meines Wohnwagens mit Deinem Polo teilen….“

„Lindner und die FDP müssen sich entscheiden, ob sie sich wieder für größtmögliche freiheitliche Selbstbestimmtheit der Bürger, freie Marktwirtschaft und Meinungsfreiheit einsetzen“, sagte die kleine Frau, „oder ob sie auch den Weg der Democratia Cristiana gehen wollen. Parteien, die sich ihrer Werte nicht mehr bewusst sind, und sich aus Angst vor der eigenen Courage von einer links-grünen Meinungsblase unterjochen lassen, haben’s hinter sich“, sagte die kleine Frau, „ach, und großer Mann, Du kannst aufwachen, wir sind daheim“.

Herzlichst, Ihre

Claudia Diel