Oder reicht Ihnen der Waschlappen?

Liebe Leserin, lieber Leser,

Stromkosten als würde man den weltberühmten Teilchenbeschleuniger in Cern betreiben, Wasserkosten als besäße man ein Schwimmbad, Heizkosten als würde man eine große Mehrzweckhalle unterhalten…. All das ist zwar auch eine Folge des bekannten Embargos gegen Russland, welches unstrittig die Ukraine überfallen hat. Jedoch sind es auch die Folgen einer gescheiterten Energiewende, welche eine zu starke Fixierung auf nur einen Versorger im Bereich Öl und Gas zur Folge hatte, weil man unter dem Eindruck von Fukushima die bislang weltweit modernsten und sichersten KKWs beschloss für immer zu entsorgen.

Das dies forciert wurde von einer Physikerin, klingt wie ein modernes Märchen, denn dahinter liegt keine physikalisch sinnvolle Denkstruktur. Vielmehr liegt dahinter ganz viel politisch gewollte Ideologie einer Minderheit. Denn nur so ist es zu erklären, dass die Deutschen alles an Energie-Autonomie abschalten, während im übrigen Europa die Kernenergie gerade zur sauberen Energieform erklärt wurde, und auch als solche fleißig genutzt wird, eben von allen anderen (!) nur nicht von uns.

Und damit man Wahlen in einem Bundesland gewinnen kann, lassen es die anderen Koalitionspartner zu, dass über einen notwendigen Weiterbetrieb, auch des KKWs in Niedersachsen, nicht debattiert werden darf, wenn dann nur über zwei KKWs im Süden, aber da stehen ja gerade auch keine Wahlen an. Dass das entgegen den Eiden steht, die diese Kindergarten-Politiker geleistet haben, geschenkt. Aber dass das die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie und unseres Mittelstandes gefährdet, we won’t forget it!

Denn die Konkurrenzfähigkeit unserer Volkswirtschaft stand schon zu Zeiten der Überlegungen eines Aus für den Verbrenner, erst recht aber mit der unsinnigen CO2-Steuer infrage. Nun ein Embargo, das im Übrigen nicht von allen europäischen Nationen so durchgehalten wird wie von unserer, aber was soll’s. Empfehlen wir halt den unsrigen den Waschlappen oder die drei Pullover übereinander. Und ähnlich zur so genannten Pandemie: dann müssen wir halt die Wirtschaft herunterfahren.

Manche Ideologen reden sogar von einer Volkswirtschaft ähnlich wie in den 70ern, mit dem Argument, man könne auch auf so vieles verzichten, zugunsten der Klimaziele. – Also ich weiß ja nicht, bei den 1,8% durch uns verursacht und China auf Platz 1 mit 29,7% Anteil, wer müsste sich da eigentlich einschränken? – Und wenn deren Argumente nicht stichhaltig sind, weil sie nur auf einer bestimmten Ideologie beruhen, dann kommt das Totschlags-Argument: „Ja, aber wir wollen doch Vorbild sein“. Ach, wollen wir das?

Vielleicht sollten alle diese Ideologen und für uns verantwortlichen Politiker einmal darüber nachdenken wie es wäre, den positiven Ansatz zu suchen, der nicht darin besteht, Deutschland oder Europa ein Mittelalter-Revival aufzustülpen, sondern darin, die Dritte-Welt- Länder mit technologischen Innovationen nach vorn zu bringen. Denn nur so können langfristig Hungersnöte, wirtschaftliche Härten abgewendet werden. Nicht indem wir bei uns alle Lichter aus machen, sondern indem wir technologieoffen auch dort Märkte entstehen lassen, die die dortigen Bevölkerungen in den Stand versetzen, autonome, eigene Volkswirtschaften zu entwickeln. Das bedingt aber auch starke Volkswirtschaften innerhalb Europas, und eben nicht Planwirtschaft und „heute hab‘ ich mal Strom, und morgen nicht“.
Vielleicht ist auch darüber nachzudenken, die EEG-Umlage endlich abzuschaffen, neben der CO2-Steuer auf Kraftstoffe, aus deren Topf sie zur Hälfte mitfinanziert wird. Die Strompreisbildung per Merit-Order-Prinzip, also das teuerste Kraftwerk, was zur Deckung des Strombedarfs benötigt wird, bestimmt den Preis, ist auch nicht mehr zweckmäßig. Hieran muss dringendst gearbeitet werden.
Auch ist es widersinnig, dass Windkraftanlagen-Betreiber ihre Anlagen still stellen, weil gerade der Handel an der Börse so gut floriert. Ebenfalls muss über die Weiterentwicklung neuer KKW-Typen nachgedacht werden. Es kann nicht sein, dass Erfinder derselben nach Kanada auswandern, dort mit 3 x 3 m großen KKWs in ein paar Jahren große Städte mit Strom werden versorgen können, und hier gibt’s den Teelichtofen.

Nicht nur der Wirtschaftsminister benötigt dringend mehrere Fortbildungskurse.

Herzlichst, Ihre

Claudia Diel