Diagnose: Zu teuer!



Vom einfachen Stanz- oder Spritzgussteil bis zur hochkomplexen Automatisierungslösung: Die Fertigungsspezialisten der Kölner Unternehmensberatung costdata nehmen Industrieprodukte auseinander, rekonstruieren den Herstellungsprozess und rechnen aus, wieviel ein Produkt höchstens kosten darf. Mit Hilfe einer solchen „Externen Kostenanalyse“ erkennen Einkäufer, ob sie zu viel bezahlen und Hersteller, wie sie noch günstiger produzieren können.

Die Szene im hell ausgeleuchteten Raum in einem Kölner Bürogebäude erinnert an einen OP. Auf dem Tisch liegt der Patient: ein komplexes Kabelsystem mit einer Vielzahl an Drähten, Kunststoff- und Gummikomponenten. Konzentriert beugen sich zwei Herren in weißen Kitteln über das Teil, sie schrauben, zerlegen, begutachten. In sachlichem Tonfall besprechen sie die Diagnose, ein Dritter gibt Daten in einen Laptop ein. Die drei Herren sind jedoch keine Ärzte, sondern Ingenieure. Genauer gesagt: Fertigungsspezialisten für Metall, Kunststoff und Elektronik. Und die "Operation", die sie durchführen, nennt sich "Externe Kostenanalyse".

Einschicken, kalkulieren, optimieren

Das Prinzip der Externen Kostenanalyse ist denkbar einfach: Industrieunternehmen schicken Bauteile bei costdata ein, um sich Einsparpotenziale bei Produkten und Argumentationshilfen für Preisverhandlungen aufzeigen zu lassen. costdata untersucht das Teil und erstellt eine Kostenanalyse. Ergebnis der Analyse ist eine detaillierte Darstellung, was die Herstellung des Teils tatsächlich kostet, welches die Kostentreiber sind und wie die Kosten reduziert werden können – etwa durch Veränderungen an der Spezifikation, den Fertigungsprozessen oder der Sourcing-Strategie. Auf Basis dieser Kostenanalyse werden faire Einkaufspreise abgeleitet, die einer Verhandlung mit dem Zulieferer mühelos standhalten.

Das Teil, das auf dem Tisch liegt, hat die Dura Automotive Systems GmbH eingeschickt. "Die darin verwendeten Gummiteile und noch deutlich komplexere Produkte beziehen wir von einem Zulieferer in großen Stückzahlen. Wir wollten wissen, was ihn die Herstellung tatsächlich kostet und ob man es noch günstiger produzieren kann", so Dr. Karsten Müller, Einkaufsdirektor bei dem weltweit tätigen Automobilzulieferer. Die Fertigungsspezialisten von costdata nehmen es nun im wahrsten Sinne des Wortes auseinander, um jeden einzelnen Schritt des Fertigungsprozesses rekonstruieren zu können. "Granulat mischen, Spritzgießen, entgraten, Sichtkontrolle", diktiert einer der Techniker die nötigen Fertigungsschritte des vermeintlich einfachen Produktes. Diese Informationen über den Fertigungsprozess pflegt ein Kollege in die Kalkulationssoftware "costdata calculation" ein. Die Software berechnet nun genau, welche Kosten für jeden einzelnen Fertigungsschritt entstehen.

Weltweite Kalkulationsdaten

Dabei greift sie auf Daten der costdata-Kalkulationsdatenbanken zurück. Diese umfangreiche und aktuelle Datenbasis enthält tagesaktuelle Lohn- und Gehaltsdaten, Arbeitsplatz- und Maschinendaten sowie Gemeinkostenstrukturen von derzeit über 15 Branchen an mehr als 1000 Regionen. Auf diese Weise lassen sich die Herstellkosten nahezu beliebiger Produkte an allen wichtigen Produktionsstandorten der Welt berechnen. Dabei können auch komplexe Simulationen in kurzer Zeit durchgeführt werden, etwa eine Veränderungen der Konstruktion, eine Optimierung des Fertigungsprozesses oder die Verlagerung des Teils. So erhält der Kunde eine detaillierte Dokumentation der Kostenstruktur eines unter idealen Bedingungen gefertigten Produktes. Die Konstruktionserfahrung der Ingenieure zusammen mit der hohen Qualität der Datenbank ermöglicht dabei häufig eine Berechnung auf den Cent genau.

"Mit costdata können wir unsere Produktpotenziale viel schneller erkennen und umsetzen,“ erläutert Dr. Müller den Mehrwert der Zusammenarbeit. "Durch die Verfügbarkeit des immensen Kalkulationswissens der costdata-Datenbanken haben wir in Einkaufsverhandlungen einen unschätzbaren Vorteil."

Wenig Aufwand, kein Risiko

Dabei ist die Externe Kostenanalyse für den Kunden weder mit Aufwand noch mit Risiko verbunden. Üblicherweise sind Kostenanalytiker meist auf Daten vom Hersteller angewiesen. Diese wollen erst einmal gewonnen werden – zumindest ein mühsames und meistens auch heikles Unterfangen: nicht jeder Zulieferer ist ohne Weiteres bereit, gegenüber seinem Abnehmer die Zahlen offen zu legen. Auch sind diese Zahlen nicht objektiv. Die "Externe Kostenanalyse" dagegen kommt ganz ohne Mithilfe des Herstellers aus: Der Herstellungsprozess kann allein anhand von verfügbaren Informationen, etwa Handbüchern, technischen Zeichnungen oder einfach am Objekt selbst durch Zerlegen rekonstruiert werden. Die Informationen über die Kosten jedes Herstellungsschrittes liefert die costdata Kalkulationsdatenbank. Dies ermöglicht Herstellern, wirklich nur auf diejenigen Zulieferer zuzugehen, bei denen wirklich Preissenkungen erzielt werden können.

Besonders für Mittelständler interessant

Besonders interessant ist diese Dienstleistung für Mittelständler. Denn sie verfügen häufig nicht über personelle und finanzielle Kapazitäten, eine eigene Kostenanalyse durchzuführen. Externe Kostenanalyse ist durchaus erschwinglich: Einfache Teile lassen sich schon ab einigen hundert Euro kalkulieren. Und sie lohnt sich, gerade auch bei komplexeren Teilen. Karl Lechner, Leiter der Wert- und Kostenanalyse beim Automobilzulieferer Dräxlmaier: "Die Investition in costdata hatte sich bereits nach der ersten Einkaufsverhandlung mehr als amortisiert."

Über costdata

Die costdata AG ist der führende deutsche Anbieter für Dienstleistungen und Lösungen zur Optimierung von Produktkosten. costdata unterstützt Unternehmen mit Software-Lösungen, Kalkulations- und Benchmarkdaten sowie Beratungsdienstleistungen bei der Analyse und Optimierung von Einsparpotenzialen. Das costdata-Portfolio richtet sich an Einkauf, Controlling, Vertrieb und Entwicklung. costdata wurde 1997 in Köln von Frank Bürger und Frank Weinert gegründet. Bevor sie sich 1997 selbständig machten, waren die beiden Ingenieure über zehn Jahre als Einkäufer und Kostenanalysten bei einem der weltweit größten Automobilhersteller beschäftigt. Aus dieser Tätigkeit stammt das Know-how, wie auch die Erkenntnis, dass Kostentransparenz ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg ist. Zu den costdata-Kunden zählen Weltmarktführer wie Siemens, Deutsche Post, RWE, T-Mobile und EADS, aber auch zahlreiche Mittelständler.