Arthur K. Grupp geehrt

Deutscher Medailleurpreis 2010/2011

Anlässlich der Verleihung des Deutschen Medailleurpreises 2010 in der barocken Kreuzkirche zu Suhl wurde Arthur K. Grupp mit der „Johann Veit Döll – Medaille“ geehrt. Johann Veit Döll (1750–1835) war als Medailleur und Edelsteinschneider einer der bedeutendsten Söhne der Stadt Suhl.

Die hervorragenden Leistungen von Arthur K. Grupp, des ehemaligen Lehrers an der Goldschmiedeschule in Pforzheim, sind auch auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt, und erfahren durch den Deutschen Medailleurpreis eine besondere Würdigung.

Das Werk „Kinderarmut“, das hier von der Jury ausgezeichnet wurde, liegt Arthur K. Grupp besonders am Herzen, da er hiermit auf die ausweglose Lage der vielen hungernden Kinder in der Welt aufmerksam machen will. In sehr ausdrucksstarken Darstellungen sind denn auch Kinder in verschiedenen Lebenssituationen auf dieser vierseitigen Kunstmedaille dargestellt. Auf der Rückseite finden sich Hilferufe, die in vielen Sprachen eingraviert worden sind. Darüber hinaus wurde jede einzelne zuvor in Sterlingsilber gegossene Medaille noch einzeln nachziseliert und patiniert. Dies ist ebenfalls von Herrn Grupp in Handarbeit ausgeführt worden.

Das Werk „Kinderarmut“ stellt von der Thematik her nicht das einzige seiner Art dar; komplettieren doch die Medaillen „Kindersoldaten“ und „Kinderarbeit“ neben den vielen anderen künstlerisch wertvollen Werken das Lebenswerks Arthur Grupps.

Für den 1929 in Plochingen am Neckar geborenen Arthur Grupp, führte ein starkes Interesse an Münzen schon im Kindesalter, zunächst zu einer Ausbildung zum Graveur, die durch die Kriegswirren nur unter erschwerten Bedingungen absolviert werden konnte, aber mit der Note 1,0 abgeschlossen werden konnte. In der Nachkriegszeit ermöglichte ihm sein Mäzen und Unterstützer Prof. Eickhorn, Kurse in Gestaltung und Design zu belegen, und in Stuttgart bei Prof. Sohn Malen und Zeichnen zu studieren. Überdies erlernte Herr Grupp bei Bildhauer H. Körner das Modellieren.

Trotz seiner zahlreichen oben genannten Nebentätigkeiten legte Arthur K. Grupp im Jahr 1955 die Meisterprüfung im Graveurhandwerk ab. Schon 1961 war er als Beisitzer in der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer Stuttgart tätig. Von 1967 bis 1977 baute er mit seiner Tätigkeit für die Gravura AG in Luzern die dortige Kunstprägeabteilung auf. In dieser Zeit entstanden gleichzeitig viele offizielle Medaillen und Kunstprägeartikel.

Ein neuer Lebensabschnitt eröffnete sich für Herrn Grupp dann in 1976, als er einen staatlichen Lehrauftrag an der Goldschmiedeschule in Pforzheim übernahm. Fast zwanzig Jahre lang hat er so sein Wissen in den Fachgebieten Gravieren, Ziselieren, Tauschieren und praktischer Fachkunde vermittelt. Im Anschluss an seine Pensionierung folgte bei Herrn Grupp nicht etwa der Ruhestand.

Ab 1995 hat sich Arthur K., Grupp ganz der Münzschaffenden Tätigkeit gewidmet. Zahlreiche Preise begleitet von Ausstellungsbeteiligungen in vielen deutschen aber auch ausländischen Städten belegen den Erfolg des einmaligen Künstlers. Furore gemacht haben seine Werke auf der XIV. Biennale Internationale Dantesca in Ravenna, bei den Weltausstellungen der FIDEM 2000 in Weimar, 2002 in Paris und 2004 in Lissabon. Sowohl für staatliche Münzen als auch für namhafte ausländische Hersteller hat Arthur K. Grupp Entwürfe hergestellt und Modellierungen vorgenommen, darunter Münzen für Präsident Reagan, für das Königreich Jordanien oder auch z.B. Orden für den Sultan von Oman.

Dem Lauf der Zeit vorauseilend hat Herr Grupp ebenfalls Entwürfe beim Wettbewerb der neuen EURO-Münzen eingereicht. In seinen nunmehr achtzig Jahren hat Arthur K. Grupp angefangen von den Münzen des deutschen Reiches, die ihn schon früh faszinierten, bis hin zur modernen EURO-Währung, die Entwicklung der Münzen nicht nur begleitet, sondern auch entscheidend mit geprägt. Mit der Schaffung seiner zahlreichen Medaillen hat er auch dieses besondere Kunsthandwerk in die Moderne getragen, und hat überdies mit der besonderen jeweiligen Thematik den Geist der Zeit und verschiedene Problembereiche der modernen Gesellschaften angesprochen.

Die Redaktion wünscht Herrn Arthur K. Grupp für sein weiteres kreatives Schaffenswerk viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Claudia Diel