"Wirtschaft zur Hälfte Psychologie"


Mut machen statt kaputt reden!


Liebe Leserin, lieber Leser!

Es war schon eine eigenartige Gefühls-Mischung beim Jahreswechsel: Im ganzen Land wünschte man sich traditionell ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr; alles feierte prostete sich zu und feuerte tonnenweise Feuerwerkskörper in die Luft mit ebenso viel Feinstaub - alles ohne die von grün bis rot klassifizierten Plaketten, sogar in den ansonsten vor Autoabgasen  wohl behüteten städtischen Umweltzonen  (Nach dem Motto: Feinstaub nicht gleich Feinstaub!?, ... oder nur unterschiedliche Maßstäbe?!). Sei‘s drumm.

Das Gerede von der tiefen Krise auf die wir jetzt unvermeidlich zusteuern, komplettierte den Gefühls-Katalog.

Nun, Bis auf die gebetsmühlenartigen Szenarien der selbst ernannten Umweltexperten und -politiker, die kontinuierlich die Klimakatastrophe beschwören, ist aber bislang in unserem Alltag von der großen Krise relativ wenig zu spüren.

Jedermann weiß aber schon jetzt (oder redet es sich ein), dass die große Krise uns ganz gewaltig treffen wird, dass es ein schlechtes Jahr wird. 

Und so wird das Jahr 2009 ohne Not kaputt geredet, bevor es überhaupt richtig begonnen hat.

Kaum einer freut sich noch über die positiven Entwicklungen im letzten Jahr: Sinkende Benzinpreise, relativ niedrige Arbeitslosenzahlen und steigende Vergütungen bei der Pendlerpauschale werden ganz einfach nicht mehr wahrgenommen, weil wir gerade dabei sind -motiviert durch das Negativ-Gerede der Medien, Politiker und Wirtschaftsexperten- uns auf die Krise bereits zu programmieren. 

Denn: Diese so genannte deutsche Wirtschaftsexpertenschar (im Schlepptau die nachplappernden Politiker) versorgen uns täglich mit neuen Horrorszenarien und erzeugen damit Unsicherheit und Angst in Gesellschaft und Unternehmen und beschwören damit eine Statik herauf. 

Obwohl noch nicht bekannt ist, welche Konjunkturprogramme es im neuen Jahr geben wird glauben die "Gurus“ aber schon heute bis auf die zweite Stelle nach dem Komma beziffern zu können, wie schlimm es trotzdem kommen wird.     

Gleichzeitig rechnen die "Hellseher“ das Minus vor dem Komma immer größer, um im Konzert der "Schwarzmaler“ eine bedeutendes Instrument zu spielen mit dem Erfolg, dass sich Apathie -ähnlich wie in 1981/82-  wie Mehltau über das Land zu legen droht.

Unsicherheit, Zaghaftigkeit und Attentismus aber sind für Wachstum und Beschäftigung von größter Gefahr, weil sie die Bereitschaft zum unternehmerischen Risiko und das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigen. 

Natürlich wird uns die Krise nicht verschonen. Aber ihre Größe und ihre Bewältigung wird sehr stark von der Einstellung der Menschen abhängen.

"Wirtschaft ist zur Hälfte Psychologie“. Dieser Satz Ludwig Erhards sollte jetzt als dringender Appell verstanden werden, damit ein kumulativer Abschwung gemindert oder gar abgewendet werden kann.

Jetzt hilft nur beherztes Vorgehen. Der Rückgang der wirtschaftlichen Impulse von außen muss durch eigene Initiativen und mehr Beweglichkeit von innen ersetzt werden. 

Wir brauchen dringender denn je solche Rahmenbedingungen, die die Leistungsfähigkeit und die Anpassungsfähigkeit der Bürger und der Unternehmer stärken.

Viel wäre aber auch schon gewonnen, wenn die vorhandenen Chancen mit gleicher Intensität genutzt würden, wie die Risiken beschworen werden.

"Mut machen statt kaputt reden“ muss jetzt die Devise sein, damit die Krise nicht zur Katastrophe wird.  

Herzlichst ihr    

Dr. Ulrich Bachmann