AEGRAFLEX


– Neues Präsidium nimmt die Arbeit auf

Am Rande der Paperworld 2009 in Frankfurt fand die diesjährige Mitgliederversammlung der AEGRAFLEX statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt der Versammlung war die Neuwahl des Präsidiums, nachdem der bisherige Präsident, Herr Kommerzialrat Ernst Graft sen., auf eigenen Wunsch offiziell aus seinem Amt ausschied.

Herrn Graft gelang es während seiner Präsidentschaft, die AEGRAFLEX aus ihrer existentiellen Malaise zu führen. Besonders durch die neu gegründete partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der EMDEC und der daraus resultierenden ersten ISEE in Krakau, wurde dies mit einem beeindruckenden Ergebnis unter Beweis gestellt.

Zahlreiche Unternehmen - sowohl als Aussteller als auch als Teilnehmer - aus dem neuen Europa, östlich des ehemaligen Eisernen Vorhangs, zeigten, dass die Idee der europäischen Vereinigung lebt. Auch gelang es auch den britischen Verband der Stempelhersteller als neues Mitglied der AEGRAFLEX zu gewinnen.

Als neuen Präsident der AEGRAFLEX wählte die Versammlung Herrn Geo Wulf Müller aus Nürnberg. Neben ihm wurden die Herren Marco Verkuijl (Niederlande) und Andrzej Kruszena (Polen) im Präsidium bestätigt. Neu hinzu kam Herr Nigel Eyre (Großbritannien), der so den neusten Mitgliedsverband, die „British Rubberstamp Manufacturers Guild“ im AEGRAFLEX- Vorstand vertritt.

Ein weiterer Punkt war die Festlegung von Datum und Ort der nächsten ISEE. Hier werden aktuell noch verschiedene Optionen verglichen, jedoch wurden der nördliche Mittelmeerraum oder alternativ die Britischen Inseln als möglicher Austragungsort 2010 identifiziert.

Statement des neuen AEGRAFLEX-Präsidenten Geo Wulf Müller


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als überzeugter Europäer sehe ich es als meine Aufgabe, das Erbe der Gründer von AEGRAFLEX zu wahren, neue Mitglieder zu gewinnen sowie die in der Vergangenheit ausgetretenen nationalen Verbände zurückzuholen. Darüber hinaus gilt es die Notwendigkeit von Berufsvereinigungen auf europäischer Ebene klar zu formulieren und herauszustellen.

Der Zusammenschluss der europäischen Staaten zur Europäischen Union hat auch für Verbände und Betriebe große Auswirkungen. So stammt mittlerweile der Großteil nationaler Gesetze aus Richtlinien und Vorgaben der Europäischen Union. Dies gilt für positive als auch weniger erfreuliche Entwicklungen gleichermaßen.

Die Europäische Union steht für Binnenmarkt, Angleichung von Rechtsvorschriften und Solidarprinzip auf der einen, Bürokratismus, Regelungswahn und Milliardengrab auf der anderen Seite. Neutral betrachtet muss natürlich jeder Einzelne sein Verhältnis zur EU selbst definieren. Ich persönlich finde, dass die EU oftmals als „Prügelknabe“ für Verfehlungen auf nationaler Ebene herhalten muss. Gibt es jedoch Erfolge auf europäischer Ebene zu vermelden, heftet man sich als nationaler Politiker gerne, diesen Orden selbst ans Revers.

Fakt ist, dass die EU in großem Maße Einfluss auf unseren Berufsstand und unser tägliches Leben hat. Dies zeigt, dass gerade die Interessensvertretung auf europäischer Ebene auch zukünftig einen hohen Stellenwert haben muss.

Aktuell befinden wir uns inmitten einer Wirtschaftkrise die weit über nationale Grenzen hinausgreift. Doch die Geschichte lehrt uns, dass Protektionismus und nationale Isolation die schlechteste aller Maßnahmen für jedes einzelne Land wären. Im Gegenteil, wir haben nun die Chance, unter Beweis zu stellen, wie stark Vereinigung und Zusammenarbeit wirklich machen könnten.

Nur gemeinsam ließe sich das Übel an der Wurzel packen. Wenn die Gier einer so genannten elitären Minderheit die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klaffen und ganze Kontinente ins Unglück stürzen lässt, dann muss 'was geschehen.

Trotz Mitbestimmung und Aufsichträten, in welchen bei allen Konzernen stets Funktionäre der Gewerkschaften sitzen oder auch Abgeordnete des Wirtschaftministeriums, sprudelt der Geldsegen unvermindert nur hinauf in die Reihen der Vorstände. Spielen die Kontrollorgane Blinde Kuh, angesichts der Gehälter und Boni, die sich so genannte Manager gegenseitig zuschieben?

Es soll hier kein Neidkomplex geschürt werden, aber ich frage mich, ob wir Mittelständler und Kleinunternehmer, die wir das Rückgrad der Gesellschaft darstellen, oder ob all die Angestellten dieser Konzerne, die hundert Mal weniger verdienen als ihre Vorstände, hundert Mal dümmer oder hundert Mal fauler sind?

Nun, warum stelle ich diese durchaus provokanten Fragen in den Raum und schreibe ich Ihnen das? –Weil wir uns Gedanken machen sollten, wie es gelingen könnte, dass auch wir, die hohe Verantwortung für unsere Betriebe tragen, angemessen daran profitieren und wie sich wieder mehr Gleichgewicht innerhalb der Gesellschaft herstellen ließe.

Gerne nehme ich Ihre Antworten und Meinungen entgegen. Diskutieren Sie mit mir, gerne auch über unser Online-Forum auf http://www.aegraflex.org/forum/

Ich freue mich darauf, Ihnen bei nächster Gelegenheit einige gesammelte Antworten hierzu präsentieren zu können.

Herzliche Grüße

Geo Wulf Müller