BIV Verbandstag 2010

63. Fachtagung vom 18. bis 20. Juni in Düsseldorf

„Berufsfachschulen für Graveure und Metallbildner“, „Designrecht“, „Möglichkeiten der Lasertechnik“, „PVD – Oberflächentechnik“ und „Wertermittlung für Handwerksbetriebe“ waren wichtige Elemente der diesjährigen Fachveranstaltung


 

Von der europäischen Ebene, der hoch interessanten und harmonischen Veranstaltung auf Mallorca im letzten Jahr, die sowohl Fach- wie Freizeitbereich in hervorragender Weise miteinander verknüpfte, ging es in diesem Jahr wieder zurück auf die nationale Ebene als Tagungsort.

So hatte der Vorstand zum diesjährigen 63. Verbandstag des Bundesinnungsverbandes der Galvaniseure, Graveure und Metallbildner in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt nach Düsseldorf eingeladen.

Die letzten Veranstaltungen auf Mallorca und in Berchtesgaden hatten die Organisatoren veranlasst, dem gesellschaftlichen Miteinander auch in Düsseldorf große Bedeutung beizumessen.

Viele Veranstaltungen waren dazu geeignet, dem intensiven persönlichen wie geschäftlichen Meinungsaustausch zu ermöglichen, gleichzeitig aber Freiraum für individuelle Gestaltung zu lassen.

Eröffnet wurde der 63. BIV-Verbandstag durch den Vorsitzenden des Bundesinnungsverbandes, Gerd-Uwe Brand, der anlässlich eines Begrüßungsabends im Goldenen Ring am Burgplatz – einem traditionellen Brauhaus in der Düsseldorfer Altstadt – neben den Mitgliedern auch zahlreiche Gäste begrüßen konnte. In angenehmer Atmosphäre mit Brauhauskultur gab es ausreichend Gelegenheit zum informellen Gedankenaustausch im Kollegenkreis.

Fachveranstaltung

Fachgruppensitzung

Zu Beginn der Sitzung begrüßten die Fachbereichleiter Michael Schmidt und Thomas Poppitz die Teilnehmer der Fachbereichssitzung sowie die Vertreter der Presse und wünschen allen Teilnehmern einen konstruktiven Sitzungsverlauf. Der Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr bezog sich im Wesentlichen auf die Arbeit des Berufsbildungsausschusses.

Referate

„Berufsfachschulen für Graveure und Metallbildner? – Diskussion und Meinungsbild“, so das Thema mit dem sich Günter Otto Pichl sehr ausführlich auseinandersetze. Auf Grund der rückläufigen Ausbildungszahlen in den beiden Berufsgruppen befürchtete der Referent eine Herabstufung in die Anlage C der Handwerksordnung. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken müssten neue Wege beschritten werden und nannte die Berufsfachschule als mögliche Ausbildungsinstitution, bei der die erreichte Ausbildungsqualifikation der aus dem dualen Ausbildungssystem gleichgestellt sei. Als Lösungsansätze nannte Günter Otto Pichl neben der Bundesfachschule mit der Organisation durch den BIV als Institution, Landesfachschulen, die den Ländern unterstellt und bundesweit eingerichtet werden.

In der anschließenden Diskussion war sich die Fachgruppe einig darüber, dass das Interesse an den Berufen geweckt werden muss, die Berufe „industriegängiger“ gestaltet werden und die Ausbildung weiter modernisiert werden muss.

Dr. Hans-Joachim David, Baumeister Rechtsanwälte / Münster referierte zum Thema “Designrecht”. Gut gegliedert erläuterte der Referent anhand von Folien die relevanten Grundlagen und Voraussetzungen zum Designschutz sowie die Schutzwirkungen der gewerblichen Schutzrechte inkl. Eintragungsverfahren und Kosten.

Ebenso zeigte er zu Ansprüchen aus Schutzrechten und Lizenzverträgen wichtige Details auf.

Peter Schlüter von der Firma LMB gab zum Themenbereich „Lasertechnik“ einen Überblick über Möglichkeiten und den Stand der Technik. Mit Hilfe eines Overhead-Projektors gab Schlüter zunächst anhand von Folien einen Überblick über die Entwicklung der Lasertechnik in den letzten 50 Jahren und verdeutlichte in Abschnitte gegliedert neben physikalischen Grundlagen und Laserarten die entsprechenden Einsatzbereiche der Lasertechnik (Stichworte: Lichttechnik, Medizintechnik, Messtechnik, Nachrichtentechnik, Werkstoffbearbeitung).

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellt Brigitte Röher den aktuellen Stand des Projekts „Schriften + Ornamente“ vor und präsentierte Vorschläge für ein elektronisches Schriftenvorlagenwerk. Nach intensiver Diskussion lehnt die Fachgruppe dieses Projekt endgültig ab, weil ein die Kosten deckender Bedarf für diese Schriften mehrheitlich nicht gesehen wird und man somit auch nicht bereit ist die Kosten für dieses Projekt zu finanzieren. Frau Röher wird empfohlen, das Schriftenvorlagenwerk in Eigenregie zu erstellen und vermarkten, was sie nach eigene Aussagen auch umsetzen will.

Mitgliederversammlung

Zu der satzungsgemäßen Mitgliederversammlung konnte Vorsitzender Gerd Uwe Brand im Namen des Gesamtverbandes die Delegierten und Mitglieder begrüßen. In der Abhandlung von Regularien, etwa Ehrung der Verstorbenen, Bericht über die Prüfung der Jahresrechnungen 2009 und Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung sowie Feststellung und Beschlussfassung über den Haushaltsplan 2010 beinhaltete die Tagesordnung die TOPs Geschäftsbericht des Vorsitzenden, Wahl der Rechnungsprüfer und Verschiedenes sowie einen Gastvortrag zum Thema Werteermittlung für Handwerksbetriebe.

Zum TOP „Bericht des Vorsitzenden“ zog Gerd-Uwe Brand zunächst eine kritische Bilanz über die Aktivitäten im Zeitraum seiner Amtszeit. Seine damalige Aussage, der Verband sei so gut wie seine Mitglieder und deren Mitarbeit, sei aus heutiger Sicht ein Trugschluss. Ganz offensichtlich herrsche immer stärker die Vorstellung vor, einzig und alleine die gewählten Repräsentanten und hier in erster Linie der Vorstand des Verbandes seien zur Arbeit aufgerufen und die Mitglieder könnten sich auf die Kritikposition zurück ziehen. Nur kritisieren sei jedoch nicht zielführend, weder für einen Verband noch für ein Unternehmen. Dabei seien in den letzten Jahren zahlreiche Projekte angeschoben worden, die – sobald die aktive Unterstützung der Innungen und der Mitglieder gefordert war – eben mangels Unterstützung nicht fortgesetzt werden konnten und eingestellt werden mussten, so der Vorsitzende, der seine Kritik anhand von Beispielen verdeutlichte (Stichworte: Werbekampagne zur Gewinnung neuer Mitglieder, Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Entsorgung und Umwelt in Iserlohn, etc.). Im Verlauf seiner Rede ging Gerd-Uwe Brand auf die Themenbereiche ZVO-Versicherungsrahmen und Tarifkommission ein.

Zum Abschluss seiner Ausführungen zeichnete Gerd Uwe Brand die Herren Schowalter (Innung Südbayern) und Schmiedt (Südhessen) als neue Obermeister ihrer Innungen mit der Obermeisternadel des BIV aus.

Eine besondere Ehrung wurde Günter Otto Pichl zu teil, dem die Goldene Ehrennadel des BIV für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Verdienste rund um die Ausbildung im Graveur- und Metallbildnerhandwerk aus den Händen von Gerd-Uwe Brand und Laudator Michael Schmidt überreicht wurde.

Günter Otto Pichl, der über die Auszeichnung sehr überrascht war betonte in seinen Dankesworten, es sei ihm nie um persönlichen Ruhm und Ehre gegangen, sondern er habe sich stets von den Interessen der Berufsausbildung im Graveur- und Metallbildner leiten und motivieren lassen.

Hubert Kersting, Betriebsberater des Beratungszentrums Ruhr der HWK Düsseldorf, referierte über die „Wertermittlung für Handwerksbetriebe nach dem AWH-Verfahren“ im Zuge einer Betriebsübergabe. Zu der Problemstellung „Wie viel ist ein Handwerksunternehmen eigentlich wert?“ analysierte der Referent zunächst die Betriebsstruktur und verdeutlichte sehr übersichtlich und gut gegliedert in Themensektoren anhand von Folien die relevanten Kriterien für eine optimale Werteermittlung in mittelständischen Betrieben und Handwerksbetrieben. Anhand von Beispielen zeigte Kersting Lösungsmöglichkeiten auf.

Ein Abschlussabend im ehemaligen Klosterhof des MAX Hauses in Düsseldorf beendete den diesjährigen Verbandstag

Der Verbandstag 2011 findet auf Einladung der Graveur- und Metallbildner-Innung Chemnitz vom 3. bis 5. Juni 2011 in Chemnitz statt.

Obermeister Werner Wolf rief alle Teilnehmer und Mitglieder zur Teilnahme auf: „Freuen Sie sich auf Sachsen!“