Bildungssystem qualifizieren Bildung, Ausbildung, Wissen und Forschergeist sind die wichtigsten Zukunftsressourcen

Bei Bildungsausgaben hinter Mexiko!

Liebe Leserin, lieber Leser!

Deutsche Einrichtungen, Systeme, Firmen als Vorbild? Davon war zuletzt sehr wenig zu hören. Eher das Gegenteil: Man habe in diesem Land „schon vor zwanzig Jahren“ die Entwicklung verschlafen, Weichen falsch gestellt, Zukunft verspielt, Erbe verfrühstückt. Bei Rente, Steuern, Sozialversicherungen.

Auch bei der Bildung, wie die OECD feststellt. Und dies ist denn auch das eigentlich erschreckende Ergebnis dieser Studie. Dass nämlich die Bundesrepublik zwei Jahrzehnte lang Zeichen der Zeit verkannt hat und erst aufgerüttelt werden musste (Stichwort: Pisa), um zu erkennen, dass andere Länder uns in Sachen Bildung längst überholt haben und uns weit voraus sind.

Eine ganze Gesellschaft ist vom Gefühl befallen, an einer chronischen Krankheit zu leiden - jener, in der globalisierten Welt plötzlich ganz hinten zu sitzen. Bei den Bildungsausgaben gar hinter Mexiko!

Die Symptome sind auffällig: Deutsche Universitäten fallen ab, Wissenschaftler wandern weg In einem Land wie Deutschland, dass über keine Rohstoffe verfügt, sind Bildung, Ausbildung, Wissen und Forschergeist aber die wichtigsten Zukunftsressourcen, um das Land gesellschaftlich und wirtschaftlich für das Informationszeitalter fit zu machen.

Wissen trägt zur individuellen Entfaltung bei, fördert soziale Fähigkeiten und ist ein wichtiger Standortfaktor. Daraus folgt: Bildung ist die wichtigste Investition. Sie hat finanziell und politisch Priorität, damit Schüler, Auszubildende und Studenten später im weltweiten Wettbewerb bestehen können.

Eine OECD-Rangliste bestätigt: Deutschlands Schüler spielen im internationalen Vergleich allenfalls im unteren Mittelfeld. Ein Ergebnis, das Politiker, Lehrer, Eltern, aber auch die Schüler alarmieren muss: In einer Zeit, in der der Rohstoff Wissen immer wichtiger wird, leistet sich Deutschland ein Bildungssystem, das Zukunftschancen verspielt und soziale Unterschiede schafft.

Das Übel hat viele Wurzeln: Bildungstheoretiker haben viel zu lange den Ton angegeben, Ideologen exotische Lehrpläne ausgeheckt, untaugliche Versuche von Schulformen durchgesetzt, und die Schule zu einem Experimentierfeld von Pädagogen, Wissenschaftlern und Politikern gemacht - zu einem Experimentierfeld, auf dem die Kinder hin- und hergeschubst und um ihre Chance gebracht werden.

Das kann so nicht bleiben!

Soll der Weg für die oberen Tabellenränge wieder frei werden, muss schleunigst gehandelt werden. Denn: Nur strukturelle Reformen können die Qualität des Bildungswesens nachhaltig steigern.

Dazu gehört neben der Bereitstellung erforderlicher finanzieller Mittel, die Einstellung zusätzlicher Lehrer, damit nicht so viele Unterrichtsstunden ausfallen, kleinere Klassenverbände und Schulgebäude, in denen nicht der Kalk von der Decke rieselt.

Ausmisten tut also Not: in Lehrplänen und Methoden. Wir können unser Wohlstandsniveau nur halten, wenn es gelingt wieder ein hochwertiges Bildungsangebot bereitzustellen.

Das Land braucht eben mehr als Dosenpfand und Windräder. Es braucht eine neue leistungsstarke Bildungspolitik und dafür die Gelder, statt für verträumten bürokratischen Unsinn.

Herzlichst ihr

Dr. Ulrich Bachmann