Bilanz der Euromold 2011

EuroMold 2011 mit deutlichem Besucherplus und zahlreichen Weltpremieren



Hohe Internationalität mit 57.955 Besuchern aus 97 Ländern

Die 18. EuroMold, Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung, ist am 02. Dezember 2011 mit 57.955 Besuchern aus 97 Nationen erfolgreich abgeschlossen worden. Damit steigerte die EuroMold die Besucherzahl um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

1324 Aussteller aus 38 Ländern präsentierten ihre Produkte und Serviceleistungen. In der Halle 11.0 hat die EuroMold ihre Position als führender europäischer Marktplatz für Rapid-Technologien weiter ausgebaut.


„Diese erfolgreiche Entwicklung zeigt, dass sich die Verlegung der EuroMold auf die Messetage Dienstag bis Freitag sehr bewährt hat und von den Besuchern hervorragend angenommen wurde“, so Dr.-Ing. Eberhard Döring, Messeleiter der EuroMold 2011 und Geschäftsführer des Veranstalters DEMAT GmbH.

Mit Besuchern aus 97 Nationen konnte die EuroMold die sehr hohe Internationalität weiter ausbauen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs damit die Zahl der auf der EuroMold vertretenen Besucherländer um 12,8 Prozent. Mit einem Auslandsanteil der Besucher von 36,4 Prozent unterstreicht die EuroMold ihre weltweite Bedeutung als internationale Leitmesse der Produktentwicklung.

Eine erhebliche Steigerung verbuchte die EuroMold bei Besuchern aus Österreich und Frankreich. Daneben kamen die meisten internationalen Besucher aus Italien, Schweiz, Niederlande, Türkei und Korea. Ebenso waren Besucher aus Belgien, Großbritannien, Spanien, der Tschechischen Republik, Polen, Portugal, der Russischen Föderation und Schweden stark auf der EuroMold 2011 vertreten. Zahlreiche Delegationen informierten sich auf der EuroMold über technische Innovationen und knüpften Kontakte für internationale Kooperationen. Dazu zählten Delegationen aus Korea, Japan, Russland, Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), darunter auch die internationalen Kooperationspartner der DEMAT GmbH für ihre Auslandsmessen.

Die EuroMold 2011 präsentierte zahlreiche Weltpremieren aus verschiedenen Bereichen der Prozesskette. Dazu zählten neue Materialien, Software und verschiedene 3D-Drucker, darunter einer der kleinsten 3D-Drucker der Welt.

vhf camfacture AG aus Ammerbuch präsentierte seine CNC-Bearbeitungssysteme mit insgesamt vier Maschinen seiner drei wichtigsten Baureihen für den Bereich Formenbau.

Für die kleinsten Werkstücke wurden zwei unterschiedliche Systeme aus der Impression-Baureihe ausgestellt. Mit ihren serienmäßig eingebauten Drehachsen eignen sich diese vor allem für Fräsarbeiten in den Bereichen Mikrobearbeitung, Dentaltechnik und Schmuckherstellung.

Für größere Werkstücke ist vor allem das System der hochgradig stabilen Premium-Baureihe interessant. Es zeichnet sich durch sehr große Genauigkeit und hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit aus und ist durch seinen Aufbau prädestiniert für den harten industriellen Einsatz. Außerdem bietet es die größte Anzahl an Ausstattungsvarianten: So können beispielsweise in einer optionalen Frontspannvorrichtung auch lange Werkstücke stirnseitig bearbeitet werden.

Den Abschluss des Größenspektrums nach oben bildete das Active-Mold-System, das erstmalig auf der Euromold ausgestellt wurde und speziell für den großvolumigen Formenbau entwickelt wurde. Mit einer Durchlasshöhe von 1.000 mm können auf der weit nach unten versetzten Aufspannfläche sehr hohe Werkstücke bearbeitet werden. Der stabile Fachwerk-Aufbau aus hochfesten Aluminium-Profilen mit zahlreichen Querverstrebungen und vielen Standfüßen sorgt für eine gleichmäßig Lastverteilung.

Step-Four GmbH,
Wals-Siezenheim bei Salzburg, stellte seine Xpert-Maschinenlinie exklusiv auf dem Messestand seines Vertriebspartners in Deutschland, der Firma PROMECOM GmbH aus.

Kern dieses Systems ist ein speziell entwickeltes Integralführungssystem aus Präzisions-Strangpressprofilen, die sich durch hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht auszeichnen. Damit werden sowohl eine erhebliche Reduzierung der zu bewegenden Massen erzielt als auch höchste Beschleunigungswerte für kurze Bearbeitungszeiten ermöglicht.

Je nach Einsatzzweck mit seinen jeweils individuellen Anforderungen an die Genauigkeit, den Arbeitsbereich und die Bearbeitungsgeschwindigkeit kann das Integral-Profilsystem mit unterschiedlichen Führungssystemen und Vorschubantrieben ausgerüstet werden. Damit ist eine stets optimale Auslegung der Maschine garantiert.

Zur Steuerung der Maschinen steht unabhängig vom gewählten Antriebskonzept die leistungsfähige und kompromisslos auf Anwenderfreundlichkeit ausgelegte XpertMILL Frässoftware ebenfalls aus dem Hause STEP-FOUR zur Verfügung.

Graveurbetrieb Leonhardt und OxiMaTec GmbH, Hochdorf präsentierten Präzisionsbauteile aus erodierbarer und spritzgussfähiger Hochleistungskeramik.

Bereits seit den 70er-Jahren stellte Leonhardt Spritzgusswerkzeuge für den Keramikspritzguss her und hatte damit schon sehr früh Zugang zu den Hochleistungskeramiken. Die rasante Entwicklung von neuartigen keramischen Werkstoffen hat Leonhardt stets verfolgt. Mit der Gründung der OxiMaTec GmbH ist Leonhardt schließlich selbst in die Werkstofftechnologie eingestiegen. Ähnlich den Stahlwerkstoffen werden in den OxiMaTec-Labors heute Werkstoffmischungen aus bis zu neun verschiedenen Einzelkomponenten hergestellt. Derartig komplexe Stoffsysteme sind in ihrer verfahrenstechnischen Aufbereitung zu beherrschen. Dank der tiefgehenden kolloidchemischen Kenntnisse und dem dazugehörigen analytischen Equipment werden diese Systeme beherrschbar und können in großen Mengen in Form eines Pressgranulates hergestellt werden.

Die OxiMaTec-Kunden mit maßgeschneiderten Werkstoffformulierungen versorgt, welche das geforderte Eigenschaftspotenzial aufweisen. Für die Formgebung stehen die Press- und die Spritzgusstechnologie zur Verfügung. Mechanische Bearbeitungen, wie z. B. das spanabhebende Bearbeiten von Presskörpern oder das Schleifen nach dem Sintern werden im Hause Leonhardt mittels innovativer Simultanfrästechnologie bzw. ultraschallgestütztes Schleifen auf 5 Achsen realisiert.

In der Großserienproduktion von geometrisch komplexen Bauteilen setzt die OxiMaTec auf das Keramikspritzgussverfahren (CIM = ceramic injection moulding). Die dafür notwendigen Werkzeuge stammen aus dem Hause Leonhardt. Im Gegensatz zum Kunststoffspritzguss werden die Werkzeugformen im CIM-Verfahren einer sehr hohen Verschleißbelastung unterzogen. Damit hohe Standzeiten möglich werden müssen die kritischen Stellen im Werkzeug mit hoch verschleißfesten Werkstoffen ausgekleidet werden. Diese gelingt bedingt durch konventionelle Fertigungsverfahren der Keramikbearbeitung.

Datron AG, Mühltal präsentierte ihre neusten Produkte und Fertigungstechniken aus dem Bereich Hochgeschwindigkeits-Fräsen. Im Fokus stand die neu entwickelte 5-Achs-Simultan-Fräsmaschine C5. Zusätzlich wurden die bewährten Produkte M10 Pro und die Dental-Fräsmaschine D5, sowie innovative Fräswerkzeuge dem Fachpublikum vorgestellt.

Neu in der Produktpalette, die Hochgeschwindigkeits-Fräsmaschine DATRON C5 - Wirtschaftliche, hochgenaue 5-Achs-Simultanbearbeitung von Kleinteilen.

Entwickelt wurde die neue HSC-Werkzeugmaschine speziell für das Präzisions-Fräsen von Kleinteilen in nur einer Aufspannung. Es können alle zerspanbaren Materialien bis zu einem Durchmesser von 60 mm 5-achsig simultan bearbeitet werden; auch das Fräsen hochkomplexer Geometrien ist dabei möglich.

Durch den steifen, vibrationsarmen Aufbau der DATRON C5 wird eine exzellente Oberflächengüte erzielt; die mit dynamischen Torque-Motoren angetriebene Dreh-Schwenk-Achse garantiert eine perfekte Reproduzierbarkeit bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit. Mit der hochtourigen 1,8 kW Präzisionsspindel mit bis zu 48.000 Umdrehungen/ Minute werden - insbesondere bei kleinsten Werkzeugen - sehr hohe Spanleistungen erreicht. Hochwertige Linearführungen, Kugelumlaufspindeln und Linearmaßstäbe ermöglichen eine sehr hohe Präzision. Der automatische Werkzeugwechsler verfügt über 22 Steckplätze und ein integriertes Werkzeug-Längenmessgerät. Das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis, eine kurze Einrichtzeit und der geringe Energieverbrauch von durchschnittlich weniger als 2,5 kWh ermöglichen auch bei niedrigen Stückzahlen eine hohe Wirtschaftlichkeit.

joke Technology GmbH, mit Hauptsitz in Bergisch Gladbach (bei Köln), existiert bereits seit über 70 Jahren. Für die Kunststoffindustrie und den Werkzeug- und Formenbau bietet joke Produkte und Dienstleistungen rund um die Oberflächen-Endbearbeitung: Polieren, Schleifen, Feilen, Fräsen, Schweißen, Beschichten, Reinigen und Strahlen. In dem zweiten Geschäftsbereich „Folienschweißtechnik“ entwickelt und baut joke spezielle SchweißmaschInen und das entsprechende Zubehör.

Für die EuroMold 2011 hatte sich Joke Technology etwas Besonderes einfallen lassen: Am Messestand wurde jede Stunde ein „Minl-Kurs“ im Polieren und Schweißen angeboten. So konnten sich interessierte Besucher selbst ein Bild machen, wie die erfolgreichen Schulungen der Oberflächenspezialisten aufgebaut sind. Immer gefragter sind bei joke Technology individuelle, auf die speziellen Unternehmensanforderungen zugeschnittene Kurse. Wie diese aufgebaut und durchgeführt werden, konnte direkt auf der Messe mit den joke-Trainern diskutiert werden. Wie bei vielen alltäglichen Arbeiten gibt es beim Polieren und Schweißen - hinter der ganzen Routine - ein beachtliches Optimierungspotenzial: Mit wenigen Kniffen lassen sich Ergebnis und Effizienz deutlich verbessern.

Joke Technology ist in Europa führender Händler von Materialien und Präzisionswerkzeugen für die Oberflächen-Endbearbeitung.

Der Gewinner des EuroMold Gold AWARDs 2011 ist das Hochdorfer Unternehmen Leroxid.

Deren neuartige Werkzeug-Formeinsätze „DIMACER“ aus erodierbarer Keramik haben die Jury überzeugt, da damit eine längere Standzeit von Werkzeugen beim Spritz- und Druckguss erreicht werden kann.

Leroxid: Werkzeug-Formeinsätze aus erodierbarer Keramik

Die neuartigen Werkzeug-Formeinsätze „DIMACER“ des Unternehmens Leroxid aus erodierbarer Keramik sind leitfähig und dennoch fest und bruchzäh. DIMACER lässt sich nach Herstellerangaben erodieren ohne dabei einen Festigkeitsverlust aufzuweisen. Zum Einsatz kommt die Keramik unter anderem als verschleißfeste Auskleidung in Spritzgießwerkzeugen, wo sie die Standzeit der Formen auf ein Vielfaches verlängert. Mit der Entwicklung von DIMACER hat die Firma Leroxid eine werkstoffliche Lücke geschlossen. Für das Spritzgießen abrasiv wirkender Werkstoffe werden Formen mit hoch verschleißfester Auskleidung benötigt, für die sich Hochleistungskeramiken aufgrund ihrer Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit und Zähigkeit bestens eignen.

Bei der Preisverleihung am Mittwoch, 30. November 2011, im Rahmen des EuroMold-Messefestes, ging der EuroMold AWARD in Silber an die Deckerform Technologies GmbH für die „3K-Monosandwich-Formen“. Damit lassen sich die Herstellungskosten für statisch hochbelastete Kunststoffteile deutlich senken.

Deckerform Technologies GmbH: „3K-Monosandwich-Formen“

Die Deckerform Technologies GmbH hat 3K-Monosandwichformen für hochbelastete Spritzteile entwickelt. Einfarbig mit 3-schichtiger Wandstärke sind sie so aufgebaut, dass eine dünne Außenhaut aus Polypropylen (PP) eine massive Mittelschicht aus PP-GF50 (50 Prozent glasfaserverstärkten) umschließt. Die zweite Farbe wird durch eine dritte Komponente im gleichen Spritzzyklus und Werkzeug einseitig als vierte Randschicht auf das Monosandwichteil aufgespritzt. Der Schichtaufbau sorgt zum Beispiel bei einer Sitzschale für Stabilität und Federhärte. Dabei ermöglicht die Technik den Einsatz von günstigerem PP als Werkstoff und eine kostengünstige Produktion.

Den EuroMold Bronze AWARD gewann die RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG für das RUD-ID System, einem neuartigen elektronischen System zum sicheren, fehlerfreien und schnellen Prüfen, Dokumentieren und Verwalten.

RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG: RUD-ID System

Den EuroMold Bronze AWARD gewann die RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG für das elektronische RUDID System. Dieses neuartige System zum sicheren, fehlerfreien und schnellen Prüfen, Dokumentieren und Verwalten von Lastaufnahme- und prüfpflichtigen Arbeitsmitteln, insbesondere von metallischen Bauteilen besteht aus einem RFID Hochfrequenz-Transponder, einem Lesegerät und einer Software. Damit ist es dem Kettenhersteller erstmals gelungen, ein sicherheits- und problemlösungsorientiertes Produkt speziell für den Einsatz von metallischen Bauteilen herzustellen.

Der EuroMold-AWARD wird jedes Jahr für innovative und zukunftsweisende Produkte und Dienstleistungen vergeben und ist einer der wichtigsten Auszeichnungen in der Produktentwicklung. Die AWARD-Gewinner, aber auch die weiteren Einreichungen, unterstreichen das hohe Innovationsniveau der EuroMold.

Weitere Highlights der EuroMold 2011 waren die Sonderschauen „e-Production für Jedermann“ und „Deutscher Werkzeugbau – Wir schaffen Werte“, sowie das Gastland Korea, die erstmalig veranstaltete Karrierebörse und ein umfangreiches internationales Rahmenprogramm. Eine sehr hohe Resonanz erfuhren die 13.internationale „Wohlers Conference“, das „design+engineering forum“ und der Formula Student Workshop.

Zahlreiche Aussteller aus unterschiedlichen Branchen meldeten sehr gute Geschäftskontakte und bedeutende Vertragsabschlüsse direkt auf der Messe.

Durch die große Innovationskraft war die EuroMold 2011 ein Innovations- und Wachstumstreiber für die gesamte Produktentwicklung und hat ihre Position als internationale Leitmesse der Branche weiter ausgebaut.

-th.m./ba-

Fotos: Ellen Bachmann