Generalversammlung 2013

Die Kraft der Gedanken

Auch in diesem Jahr bildete ein Nachtessen am Freitag, den 19.04.2013 den Auftakt zur Generalversammlung der Schweizer Graveure, deren fachlicher Teil am Samstagmorgen mit dem Gipfeltreffen um 10.00 Uhr mit einem Vortrag über „Motivation im Alltag“ begann.

Hierbei erläuterte Trainer und Coach Andreas Wettstein, wie man Erfahrungen des alltäglichen Lebens durch Reflektion zu neuer Motivation nutzen kann. Die Kontrolle der Gedanken sei in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Baustein zum Erfolg, da allein schon in Gedanken Energie enthalten sei. Die Erzeugung derselben durch beispielsweise Trennung des Wesentlichen vom Unwesentlichen unter Einbeziehung des Körpers schaffe beim gesamten Menschen Positivität auf einer anderen Ebene, und nachfolgend auch mehr Kreativität. Die Fokussierung auf das Innerste und das Loslösen von äußeren Einflüssen in Verbindung mit einer Steuerung der Gedanken werde bei täglichem Training schnell erste Erfolge zeitigen. Diese Art der Selbsterkenntnis lasse sich auch auf Firmen und deren innere Struktur übertragen, indem man Personenanalysen anfertigen könne. Schon bei der Anstellung, bei der Karriereplanung oder beim Aufbau eines Teams erhalte man konkrete Ergebnisse, die eine Standortbestimmung des eigenen Unternehmens ermöglichten. Bei fachbezogener Beratung lasse sich dies an einer neuen Positionierung der Firma erkennen.

Eine Pause verbunden mit einem gemeinsamen Mittagessen bot Gelegenheit, dass Gesagte Revue passieren zu lassen, hieran schloss sich die Generalversammlung nach Traktandenliste um 14.30 Uhr. Die ersten Tagesordnungspunkte der Traktandenliste wurden üblicherweise durch Regularien ausgefüllt, wie etwa die Begrüßung der anwesenden Mitglieder und Gäste, die Wahl der Stimmenzähler, die Verlesung des Protokolls der letztjährigen Versammlung oder aber auch die Verbandsinterne Mitgliederentwicklung.

Jahresbericht des Präsidenten

In seinem Jahresbericht erläuterte der Präsident des Schweizerischen Verbandes der Graveure, Andreas Dürr, die aktuelle Situation der Innung und ging auf viele aktuelle Themen ein. So habe man in der Innung seit der Gründung das Thema der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf die Agenda geschrieben. Mittlerweile ein globales Thema, stelle das „Ausfiltern“ interessierter und geeigneter Jugendlicher eine große Herausforderung dar, bei der schon bei der Berufswahlvorbereitung entscheidende Schritte gemacht werden könnten. Eine unverhältnismäßig große Zahl an Lehrabbrüchen könne nur vermieden werden, wenn Schüler/innen ein möglichst breites Spektrum an Berufsfeldern, die Anforderungen des jeweiligen Berufsfeldes und des jeweiligen Arbeitgebers inkludiert, kennen lernen könnten. Als Beispiel führte Dürr hier den Kanton Bern mit dem Abbruch jedes fünften Ausbildungsverhältnisses im ersten Lehrjahr an. Bei der Nahtstelle zwischen Volksschule und Sekundarstufe seien schulische Noten und Tests nicht gerade aussagekräftig, und änderten nichts an der Zahl der Lehrabbrüche. Die finanz- und sozialpolitische Sicht bedenkend, habe der Schweizerische Gewerbeverband, bei dem die Schweizer Graveur Innung Mitglied ist, ein neues Regelwerk geschaffen, dass die Etablierung einer Standortbestimmung als Grundlage für den Berufswahlprozess und eine gegenseitige Abstimmung der einzelnen Verbände vorsehe. Hierin wurden - der Graveurverband eingeschlossen - zunächst 15 Berufsbilder erfasst, die ein Viertel aller neuen Lehrverhältnisse erfassten. Eine grundlegende Analyse gemachter Erfahrungen innerhalb der Lehrberufe sowie die Umsetzung nationaler Bildungsstandards unter Einbeziehung aller im Entwicklungsprozess beteiligten Personen mittels interaktiver Instrumente, stehe dabei im Vordergrund. So könnten Jugendliche, Eltern, Lehrpersonen und Berufsberatungen computergenerierte Anforderungsprofile nutzen, die als Förderungsinstrument verstanden werden sollten, und die schulische Tests in den einzelnen Verbänden ablösen sollten. Natürlich müsste die Entwicklung solcher Förderinstrumente bezüglich ihrer Universalität auch auf einen jahrelangen Betrieb ausgelegt sein, Anpassungen bezgl. im Wandel befindlicher Anforderungen müssten möglich sein. Ziel der neuen Verfahrensweise sei nicht nur die hohe Qualität des Berufsbildungssystems zu erhalten, sondern auch eine Gleichstellung von beruflicher und rein schulischer Bildung zu erreichen, was auch im besonderen Interesse des Vorstandes des Graveurverbandes läge.

Auf seine Tätigkeit als Präsident der Innung eingehend, teilte Andreas Dürr den anwesenden Mitgliedern und Gästen mit, bei der nächsten Generalversammlung in 2014 seine Ämter - nach 15-jähriger Tätigkeit im Vorstand und 10-jähriger Tätigkeit als Präsident - zur Verfügung zu stellen. Er bedankte sich bei allen Mitgliedern, dem Vorstand und den Kommissionsvorsitzenden für die konstruktive Zusammenarbeit, und begründete die frühe gleichwohl transparente Rücktrittserklärung mit in beruflichen Belastungen liegenden Problemen Mitglieder zur aktiven Vorstandsarbeit zu bewegen. Im Vordergrund stehe überdies eine Konzentration auf lebenswichtige Bereiche des Verbandes, wie etwa Ausbildungsplätze- und Mitgliederrekrutierung, eine maßvolle Finanzpolitik, um selbigen in seiner Funktion zu erhalten.

Nachwahlen zum Vorstand

An die Rede des Präsidenten anknüpfend, schlossen sich weitere Tagesordnungspunkte wie etwa der Kassenbericht, der Bericht der Kassenprüfer, die Entlastung des Vorstandes, die Budgetsituation in 2013 und Neuwahlen innerhalb des Vorstandes an.

Bei den Nachwahlen zum Vorstand und für den Kassenprüfer wurden Frau Sofia Farmakis und Enrico Capararo einstimmig gewählt. Farmakis tritt die Nachfolge als Beisitzerin im Vorstand für den verstorbenen Kurt Hidber an.

Auf die berufliche Ausbildung legten auch Beat Heidersberger und Beat Marthaler ein Hauptaugenmerk, die ihrerseits über die Situation in den Betrieben und die Vereinheitlichung der Bildungsstandards referierten.