CO2 neutraler Irrsinn

Selbsthass bis zur Selbstausrottung im Namen der Weltrettung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der Selbsthass sitzt tief: Wir dürfen dies nicht, wir dürfen jenes nicht. Wir – der Mensch als solches – zerstört seine Umwelt.

Ja, das stimmt! Wir beeinflussen unsere Umwelt. Seit es den Menschen gibt, hat er alles daran gesetzt, seine Lebensumstände zu verbessern. Wir können so froh sein, dass wir nicht mehr in kalten Höhlen wohnen, sondern in gut beheizten und belüfteten Wohnungen. Wir können froh sein, dass wir unsere Nahrung nicht mehr in tagelangen Streifzügen – oft genug ergebnislos – jagen müssen, wir können einfach in den nächst besten Supermarkt gehen, wo wir eine breite Auswahl an Nahrungsmitteln vorfinden. Wir können froh sein, dass wir unseren Verstand fordern können, indem wir die Welt „erfahren“ können, anstatt über den Kirchturm hinaus nicht sehen zu können.

Und ja wirklich, das verändert uns und unsere Umwelt und ich will meinen nicht hauptsächlich zum Schlechten.

Ja, wir hinterlassen einen Fußabdruck, es gibt uns eben. Und von uns gibt es ausgerechnet da, wo wenig auf die Umwelt Rücksicht genommen wird, besonders viele (die Geburtenraten in industrialisierten Ländern sinken kontinuierlich, derzeit liegen wir bei ca. 1,5 Kindern pro Elternpaar, in den „wachsenden Märkten“ ist man davon Kilometer entfernt).

Die Umwelt Industrie – meist vom Staat finanzierte Wissenschaftler – hat im Kampf um die Fördertöpfe den Feind ausgemacht, das CO 2.

Blöd ist nur, dass es ohne CO 2 nicht geht. Deshalb erfindet der Mensch den CO 2 Markt und damit die CO 2 Neutralität. Was ein Irrsinn. Wir legen einfach so fest, wie viel CO 2 ein Mensch verursachen darf, und kaufen dann von einem in der Dritten Welt ein paar Rechte, damit unser zusätzliches CO 2 nicht mehr zählt – ein Taschenspielertrick, der offensichtlicher nicht sein kann; aber der Mensch will ja ein beruhigtes Gewissen, nachdem er von berufener Seite ein Schlechtes eingeredet bekam. Man kann ja sogar CO 2 neutral fliegen, nicht, dass der Flieger dann nur saubere Luft ausstoßen würde, nur in der Dritten Welt fliegt dann eben einer weniger (der wahrscheinlich eh nicht geflogen wäre); oder wir bauen CO 2 neutral irgendwelche Dinge (Stempel, Werkzeuge, Aluminium …), das gleiche Prinzip – was ein Irrsinn.

Der zweite Feind, den man in Europa, insbesondere aber in Deutschland ausgemacht hat, ist das Auto.

Autos – Deutschlands erfolgreichste und wirtschaftlich wichtigste Produkte – sollen zukünftig nur noch elektrisch betrieben werden. Das klingt ja schön, wird doch von einem Elektromotor kein CO 2 ausgestoßen. Wenn man einmal davon absieht, welchen Einfluss eine Umstellung auf Elektroautos auf die Arbeitsmarktsituation hat (wer braucht dann noch Getriebe- oder Motorenbauer?), wird der ganze Spaß erst ab Steckdose gedacht; Strom ist ja da. Wenn man dann aber sieht, dass in 2016 3,5 Mio. neue PKW zugelassen wurden und man davon ausgehen kann, dass im ersten Jahr nach der Verpflichtung nur noch Elektroautos verkauft werden, kann man einfach rechnen:

3.500.000 (Autos) x 14.500 (durchschnittliche Km eines jeden Autos in Deutschland pro Jahr) x 184 Wh pro Km (laut einer schwedischen Studie mit über 2,3 Mio. gefahrenen Kilometern) kommt man auf eine stattliche Anzahl von zur Verfügung zu stellenden Wh oder KWh oder immer noch beeindruckend MWh:

-> 1.698.936.400.000 Wh -> 1.698.936.400 KWh -> 1.698.936,4 MWh, das sind pro Tag immer noch 25.023,37 MWh. Eine einfache Frage: Wie viele Kraftwerke mit ca. 1.400 MWh benötigen wir zusätzlich?

Und nun hat man aus berufener Sicht (meist von der grünen Seite) herausgefunden, wie man am besten CO 2 sparen kann: Wenn der Mensch das Problem ist, muss man das Problem radikal (=> an der Wurzel) beseitigen. Wir machen einfach keine Kinder mehr und sparen damit pro nicht geborenem Kind ca. 60 Tonnen CO 2 im Jahr (US Studie).

„Lasst uns unsere eigene Art ausrotten, damit wir die Welt retten!“ Welch ein Irrsinn!

Und man kann trefflich darüber streiten, ob und wenn wie viel Einfluss der Mensch überhaupt auf das Klima hat, ob unsere Einsparungen an CO 2 überhaupt einen Einfluss auf das sich verändernde Klima haben. All das führt am Menschen vorbei, und doch müssten wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen, denn es ist unsere, des Menschen Welt.

Wir müssen aufhören, unser eigenes Nest zu beschmutzen, wir müssen aufhören, immer nur in Katastrophen zu denken. Und diesen unseligen Ablasshandel mit CO 2 Rechten beenden.

Wir müssen anfangen, sinnvolle Lösungen für unser Energieproblem zu finden, sinnlose haben wir schon und treiben sie im Namen der Weltrettung gnadenlos und ohne Rücksicht auf Mensch und Tier voran. Wir müssen unsere Umwelt positiv verändern – mit guten Ideen und sinnvollem Einsatz von Ressourcen für den Menschen und nicht gegen ihn oder an ihm vorbei.

Herzlichst, Ihr

Bernhard Diel



Bernhard Diel (OStR iE) ist Geschäftsführer der AEGRAFLEX, der europäischen Vereinigung der Graveure und Flexographen.