Wenn Wahlversprechen ‘mal keine „Versprecher“ sind

Von Österreich lernen heißt siegen lernen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Nein, wir reden sicher nicht über den Fußball. Erstens haben - so weit ich weiß - die Österreicher nie ernsthaft etwas im Fußball gewonnen, und zweitens habe ich keine Ahnung vom Fußball.

Nein, derzeit macht ein junger Österreicher von sich reden, der angetreten ist, mit vielem aufzuräumen, und er tut es auch.

Auf vielen Treffen mit österreichischen Kunden kam die Sprache auf Sebastian Kurz und viele waren besorgt, dass der smarte Junge sich verhoben habe, er viel zu viel versprochen habe, das er dann gar nicht umsetzen könne.

Und nun das. Der Kerl macht, was versprochen hat. Er ist tatsächlich der Kanzler seiner Bürger. Ein Wahlversprechen nach dem anderen wird abgearbeitet.

Der neueste Coup ist die Verschlankung des Gesundheitswesens. Seine Koalition bringt ein Gesetz ein, das aus den 21 (einundzwanzig) Sozialversicherungsträgern in Österreich fünf machen soll.

In Deutschland wird derzeit nur über die weitgehend von den Betroffenen verschlafene DSGVO gesprochen, andere Dinge werden seit Jahr und Tag einfach hingenommen. So zum Beispiel die Bürokratie bei den Sozialkosten, also den sogenannten Lohnnebenkosten.

Es ist einfach nur ärgerlich, wie viel Aufwand man als Arbeitgeber hat, damit diese „Nebenkosten“ ordentlich abgeführt werden können. Es ist genauso ärgerlich, wie viel Geld die „Krankenkassen“ in Prachtbauten versenken anstatt es den Kunden - also uns - für die Gesundheit zur Verfügung zu stellen. In Deutschland gibt 113 (einhundert und dreizehn) unterschiedliche „gesetzliche Krankenkassen“. Unglaublich! Und die haben keinen Wettbewerb, denn die gesetzlichen Kassen haben sich darauf geeinigt, was sie ihren Kunden „geben“, von Nuancen einmal abgesehen. Wie viel Geld könnte den Patienten zur Verfügung gestellt werden, wenn es statt 113 nur noch 11 gäbe oder gar nur fünf?

Leider wird in Deutschland derzeit eine andere Politik betrieben, die bestimmt ist von anderen Dingen, hauptsächlich Dingen der Außenpolitik. In ihrer ersten Amtszeit hat sich Angela Merkel ja schon den fragwürdigen Titel der Außenkanzlerin hart erarbeitet. Innenpolitik wird derzeit in Deutschland nicht gemacht, außer man redet über die Flüchtlingsfrage, die ja eher eine Migrationsfrage ist; die ist sicher wichtig, aber sicher auch nicht die einzige Frage, die den Steuerzahler beschäftigt.

Auch in Frankreich wächst der Unmut über deren Außenpräsidenten, den „Wunderknaben“ Macron. Der ist auch als Tiger gesprungen und schickt sich gerade an, als Bettvorleger zu enden.

Wann gibt es in Deutschland oder in Frankreich endlich wieder ein Angebot an Innenpolitik, das sich auch wirklich an den Sorgen und Nöten der Einwohner orientiert.

Das „kleine Österreich“ macht es vor. Man kann Wahlversprechen auch umsetzen, man kann seine Bürger auch ernst nehmen. Das wünschte man den beiden größten Wirtschaftsmächten in der EU ebenso.

Und nicht nur in der Innenpolitik setzt der junge Mann Akzente, auch in der Außenpolitik ist Österreich nun wieder „da“. Von wegen „kleines Österreich“!

Da können sich die Politiker der anderen EU Staaten etwas von abschneiden. Anstatt Politik in der Hinterkammer zu betreiben, bei der sich alle ja so lieb haben, sollte wieder Politik für den Bürger gemacht werden - und ja, da muss man manchmal hart streiten! Für die EU, für den Nationalstaat und damit natürlich für den Bürger. Es darf nicht mehr nur darum gehen, wer welche Töpfe wo abgreifen kann. Der Bürger muss wieder merken, dass Politik für ihn gemacht wird und nicht um der Politik selber Willen!

Von Österreich lernen heißt siegen lernen!

Herzlichst, Ihr

Bernhard Diel